Das Projekt “Maiti Nepal” war am Donnerstag, den 22. Oktober 2015 zu Gast in Idar-Oberstein in der Göttenbach Aula.  Ab 14 -17 Uhr fand dort ein Tanzworkshop für Jugendliche und Erwachsene statt.

Um 19:30 Uhr fand die Aufführung der jungen Tänzerinnen aus Nepal statt. Ein anschließender Vortrag informierte über das Projekt und die Organisation Maiti Nepal, die sich für Überlebenden von human trafficking einsetzt und gab Einblicke in die Abgründe des Menschen- und Organhandel, die Verschleppung der jungen Frauen aus Nepal.

Mit Musik und Tanz gelingt es “Maiti Nepal” die Aufklärungs- und  Öffentlichkeitsarbeit, sowie die eigentliche Funktion der Traumabewältigung  der geretteten Mädchen und Frauen, transparent miteinander zu verbinden.

Beeindruckt von der Stärke, die diese jungen Mädchen ausstrahlten, hatte ich nach Ihrem Auftritt die Möglichkeit mit den jungen Tänzerinnen von Maiti Nepal ins Gespräch zu kommen. Sie waren neugierig und auch wissbegierig und bedauerten, dass sie nicht die Stadt besichtigten konnten und auch sonst nichts von der Gegend zu Gesicht bekommen hatten, da  eine eifrige Mitarbeiterin des Frauenhauses äußerst emsig damit beschäftigt war die Gäste  bei sich zu Hause im tiefsten Hinterland abzuschoten, um Ihnen dann noch die EFT -Methode in einem Workshop zu vermitteln. Vielleicht hätte die Dame gut daran getan, zu beobachten und zu selbst zu lernen, dass diese Mädchen und Frauen weit darüber erhaben  und schon längst der Opferrolle entwachsen waren.
Doch einmal Opfer immer Opfer? In Deutschland,  ja- bitte- gerne.
“Konkret helfen, können wir ihnen nicht, aber falls Sie sich bei uns ausheulen wollen, sind wir für Sie da.”
Wie oft habe ich traumatisierte, konkret bedrohjte Frauen an das Frauenhaus vermittelt, nur um festzustellen wie hilflos diese Damen selber sind und keine konkrete Hilfen, wie z.B. Rechtsberatung etc. stellen konnten. Gerade in Idar-Oberstein und Umgebung, werden Femizide begangen und die ganze Provinz schweigt sich aus, nein es geht so weit, dass sich der Fußballverein des Täters noch groß damit brüstet was der Mann, der die Freundin und sich selbst erschießt, doch für ein toller Kamerad war.

Hier wird die Opferrolle gern zementiert, die besagten Institutionen halten die Frauen und Familien in dieser Mentalität, es wird oft pathologisiert. Konkrete Maßnahmen werden nicht ergriffen. Familien werden im Stich gelassen, es wird auf soziale Milieus ausgewichen, Zuständigkeiten hin und hergeschoben. Ohne das private Netz an engagierten privaten Frauen, die sich gegenseitig aus dem Gröbsten helfen, wären schon viele auf der Strecke geblieben.

Wir können nur sehr viel lernen von diesen seelisch starken Frauen aus Nepal, sie sind wahrhaftige Überlebende, bleiben zusammen, in der Gruppe der Frauen, in Bewegung, bleiben in der Harmonie des Tanzes und ihrer Körpernatur und können somit den Blick nach vorne richten.

Weitere Informationen und Filmbeitrag zu Maiti NepalMaiti Nepal

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